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DSV mit nur elf Becken-Schwimmern bei der WM in Budapest

Olympiasieger Florian Wellbrock (r.) wird das deutsche WM-Aufgebot in Budapest anführen. Foto: Deepbluemdia

Deutschland wird mit nur elf Schwimmern bei der WM in Budapest im Becken vertreten sein, der DSV gab das Aufgebot für die Schwimm-WM bekannt.

Mit lediglich elf Becken-Schwimmern wird der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) zu den am 17. Juni startenden außerordentlichen Schwimm-Weltmeisterschaften in Budapest reisen. Leitwölfe sind mit Freiwasser-Olympiasieger Fabian Wellbrock und Lukas Märtens erneut zwei Aktive der starken Magdeburger Trainingsgruppe.

Seit der Premiere der Schwimmsport-Weltmeisterschaften 1973 in Belgrad ist es das kleinste WM-Aufgebot des DSV für die Beckenrennen. Der bisherige Negativrekord war das 14er-Team bei den Titelkämpfen des Jahres 2017, die ebenfalls in Budapest zur Austragung gekommen waren.

Als ein Grund gilt die terminliche Nähe der zu Jahresbeginn kurzfristig vom Weltverband angesetzten Veranstaltung zu den etatmäßigen Schwimm-Europameisterschaften in Rom. Diese kommen nachfolgend bereits vom 11. bis 22. August im Rahmen der European Championships zur Austragung.

Sarah Wellbrock mit Studienpause

Fehlen wird in Budapest unter anderem Wellbrocks Ehefrau Sarah, dieses allerdings nicht aus sportlichen Gründen: „Bei mir steht in diesem Jahr die Vollendung meines Jura-Studiums mit dem Staatsexamen im Fokus“, erklärte die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin über die 1.500 Meter Freistil, die früher Köhler hieß

Trotz dieses Verzichts einer zuverlässigen Medaillenkandidatin herrscht beim DSV dennoch Optimismus. „Unser WM-Team ist zahlenmäßig zwar etwas kleiner als in vorherigen Jahren, aber trotzdem nicht weniger schlagkräftig“, sagt der neue Leistungssportdirektor Christian Hansmann.

Rekordflut in der Qualifikationsphase

Für Optimismus sorgt insbesondere eine gute Frühform der WM-Kandidaten: „Wir haben uns im Qualifikationszeitraum über fünf deutsche Rekorde und auch Jahresweltbestzeiten freuen können“, sagt Hansmann, der zum Jahresbeginn die zuletzt vakante Stelle des Leistungssportdirektors gefüllt hat.

So hatte neben USA-Studentin Anna Elendt (Frankfurt) und Rafael Miroslaw (Hamburg) insbesondere Lukas Märtens für Aufsehen gesorgt: Mit 7:41,20 Minuten 800 Meter Freistil verbesserte der Magdeburger sogar Wellbrocks deutschen Rekord und sorgte über die 200 (1:45,44), 400 (3:41,60) und 1500 Meter Freistil (14:40,28) für weitere Weltjahresbestleistungen.

Magdeburger Aktive im Fokus

Aushängeschild aus DSV-Sicht ist die Magdeburger Trainingsgruppe um Trainer Bernd Berkhahn, die auf den längeren Freistilstrecken und im Freiwasserbereich zu den stärksten weltweit zählt.

Neben Märtens und den beiden Wellbrocks ziehen dort auch Rob Muffels, Isabel Gose, Celine Rieder und die Niederländerin Sharon van Rouwendaal ihre Trainingsbahnen. Nach seiner Flucht aus der Ukraine hat sich mit Mykhailo Romanchuk jüngst auch der Olympiazweite über 1.500 Meter Freistil dem Team angeschlossen.

Auch bei den Staffelrennen sieht es aus DSV-Sicht dürftig aus: Neben den Männerteams über 4 x 200 Meter Freistil und 4 x 100 Meter Lagen wurde eine Mixed-Staffel über 4 x 100 Meter Lagen gemeldet, für die die im Vorjahr von einer Coronainfektion während der Olympiaqualifikation gebremste Angelina Köhler (Hannover() ins Team rückt.

Das WM-Team des DSV:

Frauen: 

  • Isabel Gose (SC Magdeburg)
  • Anna Elendt (SG Frankfurt)
  • Angelina Köhler (Hannover 96)

Männer: 

  • Rafael Miroslaw (SG HT 16 Hamburg)
  • Lukas Märtens (SC Magdeburg)
  • Henning Mühlleitner (Sport-Union Neckarsulm)
  • Florian Wellbrock (SC Magdeburg)
  • Ole Braunschweig (SG Neukölln)
  • Lucas Matzerath (SG Frankfurt)
  • Eric Friese (Potsdamer SV)
  • Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg)

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