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Lauer Auftakt in Nations League: Deutschland mit Remis in Italien

Joshua Kimmich (M) trifft zum 1:1 für die DFB-Elf. Foto: Federico Gambarini/dpa
Joshua Kimmich (M) trifft zum 1:1 für die DFB-Elf. Foto: Federico Gambarini/dpa

Im Länderspiel-Klassiker bei Europameister Italien muss sich die DFB-Elf mit einem 1:1 begnügen. Es bleibt noch Arbeit für Bundestrainer Hansi Flick – auch mit Blick auf die WM.

Der weiter ungeschlagene Hansi Flick klatschte mit Europameister-Trainer Roberto Mancini ab, Thomas Müller & Co. holten sich kurzen Applaus bei den deutschen Fans ab.

Die Fußball-Nationalmannschaft hat ihren ersten Härtetest in der Nations League gegen Europameister Italien zwar nicht verloren – Flicks DFB-Kicker offenbarten beim 1:1 (0:0) im schwülen Bologna aber Schwächen in allen Mannschaftsteilen.

Joshua Kimmich (73. Minute) verhinderte kurz nach der italienischen Führung durch Lorenzo Pellegrini (70.) zumindest die erste Niederlage unter Flick. Ein großer WM-Stimmungsmacher war das zweite Unentschieden in Serie jedoch nicht.

„Egal ob gerecht oder nicht, für uns ist das zu wenig, wir wollten heute gewinnen“, sagte Torschütze Kimmich bei RTL. „Wir haben es nicht geschafft, unser Spiel auf den Platz zu bringen.“

Nun gegen England

Thomas Müller bedankt sich nach dem Spiel in Bologna bei den mitgereisten Fans. Foto: Federico Gambarini/dpa
Thomas Müller bedankt sich nach dem Spiel in Bologna bei den mitgereisten Fans. Foto: Federico Gambarini/dpa

Viele Ungenauigkeiten und zu wenig Tempo störten Bundestrainer Flick schon während des Auftakts in den anspruchsvollen Länderspielblock sichtlich. Am Dienstag geht es in München gegen den angestachelten Vize-Europameister England weiter.

Die nicht für die Katar-Endrunde qualifizierte und nach dem EM-Triumph 2021 stark veränderte Squadra Azzurra bereitete dem deutschen Team vor 23 754 Zuschauern deutlich mehr Probleme als Flick lieb sein konnte.

Nach der Partie der DFB-Auswahl gegen die Briten, die am Samstag mit 0:1 gegen Ungarn verloren, und dem Spiel in Budapest (11. Juni) treffen sich beide Mannschaften am 14. Juni zum Rückspiel in Mönchengladbach.

Die Rivalität in der 36. Auflage des Länderspiel-Klassikers der beiden viermaligen Weltmeister war bereits vor Anpfiff im Stadio Renato Dall’Ara zu spüren. Als einige Zuschauer während der deutschen Hymne pfiffen und buhten, übertönten die italienischen Spieler, der Großteil der Fans und auch die italienischen Journalisten die Störungen mit lautem Klatschen.

Gnabry von Beginn an aktiv

Deutschlands Serge Gnabry (l) und der Italiener Sandro Tonali kämpfen um den Ball. Foto: Federico Gambarini/dpa
Deutschlands Serge Gnabry (l) und der Italiener Sandro Tonali kämpfen um den Ball. Foto: Federico Gambarini/dpa

Das deutsche Team blieb von der Kulisse zunächst unbeeindruckt und präsentierte sich mit einem modifizierten taktischen System in der Anfangsphase präsenter.

„Von Anfang an ein Zeichen setzen“, hatte Flick kurz vor der Partie von seinem Team gefordert. Und offensiv suchte die DFB-Auswahl mit einer Dreierkette immer wieder Leroy Sané, den Flick nach enttäuschendem Auftritt nach knapp einer Stunde vom Feld nahm, und Serge Gnabry auf den Außen.

Mit einem feinen Solo über die rechte Seite sorgte Gnabry das erste Mal für echte Gefahr, Torwart Gianluigi Donnarumma von Paris Saint-Germain parierte jedoch souverän (15.).

Ex-Bayern-Coach Flick setzte mit sieben Münchner Profis auf einen starken, eingespielten Block des deutschen Rekordmeisters. Den Italienern war der Umbruch knapp ein Jahr nach dem EM-Titel dagegen zu Beginn noch anzumerken.

Bundestrainer Hansi Flick verfolgt das Spiel an der Seitenlinie. Foto: Federico Gambarini/dpa
Bundestrainer Hansi Flick verfolgt das Spiel an der Seitenlinie. Foto: Federico Gambarini/dpa

Die Squadra Azzurra bemühte sich sichtlich, ihre Struktur zu finden. Aus der Startelf des EM-Finals gegen England stand nur noch Donnarumma auf dem Platz – auch Flick bezeichnete die Mannschaft Italiens angesichts der Anfangsformation als „unbekannt“.

Im Vergleich zum 0:3 im Finalissima gegen Südamerika-Champion Argentinien drei Tage zuvor wechselte Europameister-Coach Roberto Mancini ebenfalls auf zehn Positionen.

Mit dem vor dem Anpfiff stark gewässerten Rasen hatten beide Teams Probleme. Immer wieder rutschten die Spieler weg, die Partie verflachte nach schwungvollem Beginn. Angetrieben von den Tifosi gewannen die Italiener jedoch zunehmend Sicherheit. Aus mehr als 20 Metern traf Sassuolo-Stürmer Gianluca Scamacca den Außenpfosten (35.), was die Heim-Fans zu noch lauteren „Italia“-Rufen antrieb.

Die Hände in die Hüften gestemmt stand Flick an der Seitenlinie, der Verlauf der Partie konnte dem Bundestrainer nicht gefallen. Nach starkem deutschen Angriff von Strafraum zu Strafraum blieb der Abschluss erneut zu unpräzise, Gnabry hämmerte den Ball aus zwölf Metern weit drüber (37.).

Kimmich erzielt den Ausgleich

Thilo Kehrer bei der Ballannahme. Foto: Federico Gambarini/dpa
Thilo Kehrer bei der Ballannahme. Foto: Federico Gambarini/dpa

Kurz nach der Pause fehlte es der deutschen Innenverteidigung mit Antonio Rüdiger und Niklas Süle an der Abstimmung: Scamacca kam völlig frei vor Manuel Neuer zum Kopfball, traf den Ball aber nicht richtig (47.).

Die italienischen Fans feierten trotzdem mit einer La Ola, da ihr Team inzwischen das Spiel bestimmte. Matteo Politanos Versuch von der rechten Seite (56.) strich nur knapp am langen Pfosten vorbei.

20 Minuten vor Ende war Kapitän Neuer geschlagen. Nach Hereingabe von Wilfried Gnonto brauchte Lorenzo Pellegrini im Zentrum nur noch den Fuß hinzuhalten. Doch die DFB-Elf antwortete prompt: Der eingewechselte Jonas Hofmann flankte von rechts, die Italiener reklamierten vergeblich Handspiel des glücklosen Timo Werner, Kimmich behielt den Überblick und zog wuchtig ab.

Am Ende hatte der Bayern-Mittelfeldspieler sogar noch den Siegtreffer auf dem Fuß, Donnarumma verhinderte jedoch einen sehr schmeichelhaften deutschen Erfolg (79.). „Den kann man auch mal machen“, sagte Kimmich selbstkritisch.

© dpa-infocom, dpa:220604-99-550734/4


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