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#AufdenTag vor 64 Jahren: Der erste Eurovision Song Contest

Im Jahr 2020 fand aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie erstmals seit 64 Jahren kein Eurovision Song Contest statt. Die Premiere des bis 2001 in Deutschland als Grand Prix Eurovision de la Chanson ausgestrahlten Wettbewerbs wurde am 24. Mai 1956 als Gran Premio Eurovisione della Canzone Europea ausgetragen, der Sieg ging an die für das Gastgeberland antretende Lys Assia mit dem französischsprachigen Titel “Refrain” – für Deutschland gab es zwei zweite Plätze.

Beschlossen worden war die Austragung eines europäischen Gesangwettbewerbs am 19. Oktober 1955 in Monaco auf einem Treffen der Europäischen Rundfunkunion (EBU), in Anlehnung an das San Remo Festival. Dabei fehlten übrigens Teilnehmer aus Großbritannien, Österreich und Dänemark – die nationalen Rundfunkanstalten hatten die entsprechende Anmeldefrist verpasst.

Angesichts von nur sieben teilnehmenden Nationen wurde vereinbart, dass jede Rundfunkanstalt zwei Titel in das Rennen schicken durfte. Für Deutschland gingen dabei Walter Andreas Schwarz mit “Im Wartesaal zum großen Glück” und Freddy Quinn mit “So geht das jede Nacht” an den Start. Die Schweiz entschied sich mit Lys Assia – wie auch Luxemburg mit Michele Arnaud – hingegen eine Interpretin mit zwei verschiedenen Titeln auftreten zu lassen.

Im Teatro Kursaal im schweizerischen Lugano begleitete dabei ein Orchester die Sänger, Filmaufnahmen sind anscheinend aber nur bedingt erhalten geblieben – es waren zwar Kameras vor Ort, die weit größere Reichweite wurde aber über das Radio erzielt. Neben dem angefügten Clip des schweizerischen SRF des Siegers, gibt es auf youtube eine Audio-Version.

Dreizehn zweite Plätze beim ersten Eurovision Song Contest

Neben Lys Assia als Siegerin des ersten Eurovision Song Contest ging zudem Jetty Paerl in die Geschichte ein: Die Niederländerin sang mit “De vogels van Holland” das erste Lied der Geschichte des Song-Contests. Wie zwölf weitere Lieder landete Jetty Paerl damit auf dem zweiten Platz des Wettbewerbs, denn bekannt gegeben wurde nur das Gewinnerlied und keine Platzierungen. Lys Assia schaffte aufgrund ihres zweiten Titels somit sogar einen Doppelsieg.

Die Wertung der ersten Ausgabe erfolgte durch von den einzelnen Radiostationen entsandte Juroren, zwei je Nation. Die Vertreter Luxemburgs konnten allerdings nicht anreisen, daher ließ die EBU zwei weitere Schweizer als Jury-Mitglieder zu. Da auch für die eigene Nation abgestimmt werden durfte, ein weiterer Heimvorteil für die Schweiz.

“Die Ergebnisse der Abstimmung wurden nie veröffentlicht, so dass viel Raum für Spekulationen blieb. Versuche, die Stimmabgabe durch Befragung von Jurymitgliedern während der letzten fünf Jahrzehnte zu rekonstruieren, führten zu keinem verlässlichen Ergebnis”, räumt die EBU auf der offiziellen Seite eurovision.tv ein.

SRF Musik: Lys Assia mit Refrain




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