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Medien: Wird Schwimm-WM 2021 in Japan erneut verlegt?

Was passiert mit den beiden kommenden Schwimm-Weltmeisterschaften? Foto: deepbluemedia

Die Schwimm-WM 2022 in Japan steht aufgrund der hohen Corona-Zahlen in Fukuoka vor einer erneuten Verlegung, das berichten internationale Fachmedien übereinstimmend.

Der Weltschwimmverband FINA hat sich bisher nicht geäußert, doch gut informierte Fachmedien sind sich übereinstimmend sicher: Die an das japanische Fukuoka vergebene und bereits einmal verlegte Schwimm-Weltmeisterschaft 2021 soll aufgrund der hohen Corona-Zahlen im Lande des Ausrichters erneut verlegt werden. Aktuell geplant ist eine Durchführung für den 13. bis 29. Mai 2022, doch nach dem vorliegenden Berichten konnte eine Neuansetzung im Sommer 2023 folgen, was weitere Verwerfungen im internationalen Terminkalender nach sich ziehen würde.

Die seit 1973 ausgetragenen Schwimm-Weltmeisterschaften gehören zu den größten Ereignissen des Weltsports: Bei den vorherigen Titelkämpfen 2019 im südkoreanischen Gwangju waren mehr als 2600 Athleten aus 192 Nationen in 76 Disziplinen am Start gewesen. Auf dem Programm stehen mittlerweile neben Beckenschwimmen noch Wasserball, Wasserspringen, Synchronschwimmen, Freiwasserschwimmen und Klippenspringen.

WM 2023 dann im Olympiajahr?

Die daraus resultierenden Terminverwerfungen wären heftig: Im Sommer 2023 würden mit den Titelkämpfen in Doha bereits die nächsten Schwimmsport-Weltmeisterschaften auf dem Programm stehen.

Da die FINA jedoch nicht auf die dortigen Fernseheinnahmen und damit ihre größte Geldquelle verzichten möchte, würde die Veranstaltung in dem Emirat Katar nach den vorliegenden Berichten nicht einfach turnusgemäß auf 2025, sondern in Handball-Manier auf den Januar 2024 wandern.

Während Schwimmer und Springer wie Freiwasser-Olympiasieger Florian Wellbrock in der Saisonplanung wie bereits jetzt üblich ihre Prioritäten setzen werden, dürfte es für die ohnehin termingeplagten Wasserballer heftig werden: Das anvisierte Datum der Doha-WM würde mit der bisher noch nicht vergebenen Wasserball-Europameisterschaft 2024 kollidieren, die ebenfalls für den Januar geplant ist.

Wie geht es mit den Wasserball-Titelkämpfen weiter?

Die 2024er-Europameisterschaft mag mangels sinnvoller Alternativen dann vielleicht wieder erst vier bis sechs Wochen vor den Olympischen Spielen 2024 stattfinden:

Ein EM-Turnier direkt vor Olympia wurde bereits einmalig bei der Europameisterschaft 2008 in Malaga praktiziert, doch wurde dieses von Seiten des Europäischen Schwimmverbandes LEN damals neben der aus sportlicher Sicht fragwürdigen Terminnähe zum absoluten Jahreshöhepunkt auch bei den verkauften Fernsehzeiten als „Reinfall“ gewertet.

Die Terminverwerfung würde auch interessante Fragen aus Sicht der deutschen Männer-Nationalmannschaft aufwerfen, die einen Startplatz für Fukuoka um einen Rang verpasst hat. Wie lauten nun die Qualifikationsmodi für die nachfolgenden Titelkämpfe des Weltverbandes?

Bleiben damit weiterhin die dann zurückliegenden Resultate der 2021 beendeten 2020er-Weltlliga und der Europameisterschaft 2020 gültig oder kommen mit dem Weltliga-Finale in Straßburg und der Europameisterschaft in Split nun die 2022 noch anstehenden Championate zum Zuge?

Neue Chance für deutsche Wasserballer?

Im Fall einer geänderten Qualifikation könnte in Sachen Fukuoka-Teilnahme bei einem günstigen Verlauf sogar noch die deutsche Mannschaft nachträglich zum Zuge kommen. Allerdings droht damit spätestens für 2023/2024 eine Saison, die bis dato eher vom Handball bekannt ist: WM, EM und das über die Fördermaßnahmen entscheidende Olympiaqualifikationsturnier des Weltverbandes wären die Eckdaten vor den Olympischen Spielen in Paris. Darüber hinaus sind die Spieler der beiden Topvereine Waspo 98 Hannover und Wasserfreunde Spandau 04 in der Gruppenphase der Champions League aktiv.

Neben diesen eher längerfristigen Überlegungen gibt es zugleich auch zeitnahe praktische Probleme: Was passiert im Falle einer WM-Verlegung mit der laufenden Saison 2021/2022? Diese ist terminlich um die Titelkämpfe in Fukuoka herum konzipiert worden; auch die recht späten Veranstaltungsdaten für die Europameisterschaft in Split und das Champions League-Finale in Belgrad (30. Juni bis 2, Juli) sind den auf 2022 verschobenen Weltmeisterschaften geschuldet – eine Neuplanung wäre unvermeidlich.

weiterführende Informationen:
➡️ Weltschwimmverband FINA
➡️ Deutscher Schwimm-Verband
➡️ Wasserball-Bundesliga
➡️ weitere News aus der Schwimm-Welt

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