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Bahnrad Teamsprint: Hinze, Grabosch und Friedrich holen WM-Gold

Auf dem Weg zu WM-Gold: Lea Sophie Friedrich, Pauline Grabosch und Emma Hinze. Foto: Francois Lo Presti/AFP/dpa
Auf dem Weg zu WM-Gold: Lea Sophie Friedrich, Pauline Grabosch und Emma Hinze. Foto: Francois Lo Presti/AFP/dpa

Nach dem Tokio-Frust und ein paar öffentlich erteilten Schelten ist Emma Hinze zurück. Gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen Friedrich und Grabosch holt sie direkt WM-Gold im Teamsprint.

Emma Hinze reckte nach der Weltrekord-Serie, die zu WM-Gold führte, triumphierend die Faust in die Luft, dann fuhr sie Arm und Arm mit Lea Sophie Friedrich über die Bahn von Roubaix: Die 24-Jährige hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet und den ersten von drei Titeln bei der Bahnrad-WM erfolgreich verteidigt.

Emma Hinze führte das deutsche Trio mit Friedrich und Pauline Grabosch am Mittwochabend im Teamsprint souverän zu Gold und feierte damit einen perfekten Start in die Titelkämpfe in Nord-Frankreich. Die Teamsprint-Männer sicherten sich direkt im Anschluss Bronze hinter den Niederlanden und Frankreich.

Zuletzt hatte Emma Hinze stark den öffentlichen Druck und die Herabwertung ihrer Olympia-Bilanz mit einmal Silber beklagt. Doch diesmal lief es ganz anders: Schon in der Qualifikation fuhr das von Hinze angeführte Trio Weltrekord und unterbot damit die Bestmarke der Niederlande von vor zwei Wochen in Grenchen.

Balsam für angeknackste Selbstbewusstsein

Für das jüngst etwas angeknackste Selbstbewusstsein hat der Traumauftakt extrem viel Wert, auch wenn in Europameister Niederlande und Olympiasieger China die zwei stärksten Widersacherinnen fehlten.

Auch die Weltrekord-Show – beim dritten und letzten waren es 46,064 Sekunden – ist ein Stück weit relativ: Es gab nicht viele Referenzen, da der Teamsprint erst seit diesem Jahr mit drei statt zwei Frauen ausgetragen wird. Dennoch war Bundestrainer Detlef Uibel beinahe überwältigt: “Dass wir mit dreimal Weltrekord Gold gewinnen, hätte ich mir in den kühnsten Träumen nicht erwartet.”

Emma Hinze hatte vorab betont, ihr gehe es “darum, dass ich mehr Spaß habe und es so richtig genießen kann. Ich mache das nicht, um allen zu beweisen, dass ich jedes Mal Gold gewinnen kann.” 

Der Spaß war ihr diesmal anzumerken. Sowohl in der Qualifikation als auch in der ersten Runde und im Finale gegen die starken Russinnen agierte das Trio makellos. Hinze wird in dieser Form auch im Sprint (Freitag) und im Keirin (Sonntag) eine der Topfavoritinnen sein. Erstaunlich: Im  Finale vollendete teamintern nicht Hinze, sondern Friedrich.

Männer holen Bronze

Für die deutschen Männer lief der erste von fünf WM-Tagen in der Radsport-Hochburg nicht so glänzend, aber immerhin ordentlich an. 

In der Teamverfolgung schaffte es der Vierer um Theo Reinhardt nicht in die finalen Läufe um die Medaillen, die am Donnerstag stattfinden. Im Teamsprint hingegen absolvierten Stefan Bötticher, Joachim Eilers und Nik Schröter als Dritte eine ordentliche Qualifikation. Gemeinsam mit Marc Jurczyk reichte es am späten Abend zu Bronze, nachdem im Kampf um Platz drei Russland klar besiegt wurde.

Dem Gold-Start von Hinze und Co. folgt am Donnerstag (ab 18.25 Uhr/Eurosport) die wohl größte Titelchance der ganzen WM. Das Quartett Franziska Brauße, Lisa Brennauer, Mieke Kröger und Laura Süßemilch ist schon als Gold-Vierer bekannt und will nachdem   Olympiasieg und EM-Titel das Triple perfekt machen. Brennauer und Kröger holten zudem bei der Straßenrad-WM in Flandern Gold im Zeitfahr-Mixed.

© dpa-infocom, dpa:211020-99-671333/7

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