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Wettlauf um Olympia 2021: IOC setzt verstärkt auf Impfungen

Klappt das: Olympischen Spiele trotz Corona-Pandemie?. Foto: -/kyodo/dpa
Klappt das: Olympischen Spiele trotz Corona-Pandemie?. Foto: -/kyodo/dpa

Für die Olympia-Macher von Tokio wird es ein Wettlauf mit der Zeit. Die größte Hoffnung für die Austragung der Sommerspiele verbinden die Organisatoren mit den Corona-Impfstoffen. Einem Medienbericht zufolge erhöht das IOC seine Bemühungen, um Sportlern Impfchancen zu geben.

Im Ringen um die Austragung der Sommerspiele in Tokio nimmt die Debatte um die Impfungen der Athleten Fahrt auf, das IOC will mit deren Hilfe Olympia 2021 durchführen.

Die Olympia-Macher wollen dem britischen Telegraph zufolge mithilfe einer Impf-Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für ärmere Länder Corona-Impfungen für Tokio-Teilnehmer sicherstellen.

Das Internationale Olympische Komitee und die japanischen Gastgeber werben seit Monaten dafür, dass sich möglichst viele Sportler vor der Reise zu den Spielen impfen lassen.

Der Sportmediziner Fritz Sörgel sieht in Impfungen allein aber nicht die Rettung für die bereits um ein Jahr verschobenen Sommerspiele. “Wir wissen nicht, ob der Impfstoff die Infektion eines anderen verhindert. Deswegen lässt sich auch da nicht alles vorhersagen, sagte der 70-Jährige dem Sportbuzzer. Er erwartet bei den Impfungen ein großes Durcheinander.

Autoritär geführte Länder könnten demnach ihre Tokio-Teilnehmer zwingen, sich impfen zu lassen. “Bei uns in Deutschland wird man das nicht so leicht durchsetzen können. Es wird viel von der Impfbereitschaft der Olympioniken abhängen”, sagte Sörgel.

Impfpflicht bislang nicht vorgesehen

Das IOC hat eine Pflicht von Impfungen für die Teilnahme an Olympia 2021 bislang ausgeschlossen. Dem Telegraph zufolge berät das IOC aber derzeit mit der WHO darüber, ob im Rahmen des Covax-Projekts für Entwicklungsländer auch Sportler geimpft werden können.

“Ich denke, sie werden weiter daran arbeiten, dass sie den Impfstoff so weit verfügbar wie möglich für die Leute machen werden, die nach Japan kommen. Für uns ist das wichtig”, wurde der Geschäftsführer des britischen NOK, Andy Anson, zitiert.

Es sei bei den Verhandlungen nicht geplant, Athletinnen und Athleten bevorzugt zu behandeln. Die WHO will im Februar im Rahmen der Impf-Initiative Covax mit der Verteilung von Impfstoffen auch an die ärmeren Länder der Welt beginnen. Bis Ende des Jahres sollen 1,8 Milliarden Dosen für diese Zielgruppe verfügbar sein.

Dem Telegraph-Bericht zufolge setzt das IOC einiges daran, auch Sportlern aus Entwicklungsländern Zugang zu Impfungen zu verschaffen. Der Dachverband hatte bereits angeboten, für Olympioniken die Kosten für die Impfungen zu übernehmen. Neben rund 11 000 Athleten aus aller Welt werden auch Trainer, Funktionäre, Helfer und Medienvertreter die Reise nach Japan antreten.

IOC bereitet Olympia 2021 vor

Wegen der verschärften Pandemie-Lage gibt es wachsende Zweifel an der Austragung der bereits um ein Jahr verschobenen Tokio-Spiele in diesem Sommer. Einen Times-Bericht, dass Japan bereits von einer Olympia-Absage ausgeht, hatten die Regierung und das IOC am Freitag in einem Dementi scharf zurückgewiesen.

“Alle Aussichten sind gut, wir arbeiten hart”, sagte IOC-Chef Thomas Bach in einem am Freitagabend verbreiteten Video. Man bereite sich auf alle Szenarien vor, die für den Sommer zu erwarten seien.

Das umfasse die Regelung für Einreise und mögliche Quarantäne, die Abstandsregeln im olympischen Dorf und die Frage nach einer Zulassung von Zuschauern ebenso wie Impfungen und Corona-Schnelltests.

Es handle sich um ein “gewaltiges Unterfangen”, sagte Bach. Zuversicht gebe die Tatsache, dass bereits eine Reihe großer Sportereignisse wie auch Weltmeisterschaften unter sicheren Bedingungen stattfinden würden, obwohl es für die Sportler noch keinen Zugang zu Impfstoffen gebe.

In den kommenden Tagen wolle Bach, der unter der Woche erklärte, dass es keinen Plan B für Tokio 2021 gebe, persönlich mit der Athleten-Gemeinde sprechen, um sich einen Eindruck über die aktuelle Stimmungslage bei den Sportlern zu verschaffen.

© dpa-infocom, dpa:210123-99-138879/4

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