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Umweltbundesamt zu Corona: Lüften kann Risiko reduzieren

Laut Experten soll in jedem Klassenraum spätestens nach 45 Minuten Unterricht komplett gelüftet werden. Foto: Gregor Fischer/dpa
Laut Experten soll in jedem Klassenraum spätestens nach 45 Minuten Unterricht komplett gelüftet werden. Foto: Gregor Fischer/dpa

Um das Corona-Ansteckungsrisiko zu senken, kommt dem Lüften nach einer Expertise des Umweltbundesamts eine Schlüsselrolle zu.

Um eine Ansteckung mit dem Corona-Virus in Innenräumen zu vermeiden, sollte Experten des Umweltbundesamts zufolge nach jedem Niesen oder Husten sofort stoßgelüftet werden – und generell komme dem Lüften eine Schlüsselrolle.

Dies gilt insbesondere für die Schulen, in vielen Bundesländern sind die Sommerferien beendet: Wie sollen sich Schüler und Lehrer verhalten, um das Risiko einer Infektion mit dem Corona-Virus so gering wie möglich zu halten? In den Schulen sei in jeder Pause “intensiv bei weit geöffneten Fenstern” zu lüften, so das Bundesumweltamt zur Corona-Vorsorge.

Dies solle spätestens nach 45 Minuten Unterricht geschehen, empfiehlt die “Kommission Innenraumlufthygiene”. Fenster dauerhaft gekippt zu halten, reiche dagegen in stark belegten Räumen nicht aus.

Frischluft sei unabhängig von weiteren Schutzmaßnahmen wie Mindestabständen, Hygieneregeln oder Mund-Nase-Masken notwendig. Die Stellungnahme liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Komme es “bei einzelnen Personen zu Krankheitssymptomen wie wiederholtes Niesen oder Husten”, solle “unmittelbar gelüftet werden”, heißt es darin. Das gelte nicht nur für Klassenzimmer, sondern auch Büros und Wohnungen.

Räume, in denen Sport getrieben werde, sollten deutlich häufiger gelüftet werden – die Kommission empfiehlt fünfmal pro Stunde oder öfter. Wenn etwa wegen eines Familienbesuchs in Wohnungen viele Menschen in einem Raum sind, empfehlen die Experten, währenddessen zu lüften.

Konsequentes Lüften kann Risiko reduzieren

Die Empfehlungen sollen helfen, das Risiko für die Ansteckung mit Sars-CoV-2 “deutlich zu verringern”, heißt es in der Stellungnahme.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Virus sich unter anderem über sogenannte Aerosole in der Luft verbreitet – das sind winzige Partikel, die beim Atmen, Husten, Sprechen und Niesen entstehen.

Konsequentes Lüften könne das Risiko für Ansteckungen deutlich reduzieren, aber keinen hundertprozentigen Schutz bieten, heißt es in der Stellungnahme der Kommission.

Lüftungsanlagen sollten der Kommission zufolge so eingestellt werden, dass sie frische Luft in die Räume bringen und keine Abluft beimengen – von Umluft-Systemen wird also abgeraten. Auch mobile Luftreiniger halten die Experten nicht für einen geeigneten Ersatz fürs Lüften – sie könnten höchstens zusätzlich eingesetzt werden.

Sogenannte “CO2-Ampeln” könnten den Empfehlungen zufolge etwa in Schulen als “grober Anhaltspunkt” dafür dienen, ob gelüftet werden müsse. Eine CO2-Konzentration von höchstens 1000 ppm – das heißt Teile pro eine Million Teile – zeige “unter normalen Bedingungen einen hygienisch ausreichenden Luftwechsel an”.

© dpa-infocom, dpa:200813-99-150482/5

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