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Auf der Weltbühne: Robert Lewandowski will „große Geschichte“ schreiben

Glänzte mit einem Doppelpack gegen Al Ahly Kairo zum Start des FC Bayern München in die Club-WM: Robert Lewandowski (r). Foto: Nikku/XinHua/dpa
Glänzte mit einem Doppelpack gegen Al Ahly Kairo zum Start des FC Bayern München in die Club-WM: Robert Lewandowski (r). Foto: Nikku/XinHua/dpa

Noch ein Schritt fehlt dem FC Bayern zum historischen Titel-Sixpack – und damit auch Robert Lewandowski zur nächsten Krönung. Auf der meist für Ronaldo und Messi reservierten Bühne führt nun der Weltfußballer Regie.

Robert Lewandowski nutzte die Weltbühne für Werbung in eigener Sache und ließ es sich nach den beiden Treffern beim perfekten Start des FC Bayern München in die Club-WM bei bestem Wetter in Katar gutgehen.

„Man kann kurz Schwimmen, ein bisschen in der Sonne liegen, aber viel Zeit hat man nicht. Wichtiger sind das Training und das Finale am Donnerstag“, sagte der Weltfußballer, als es in Doha rund 25 Grad warm war.

Mit seinem Doppelpack beim Finaleinzug durch das ungefährdete 2:0 gegen Ägyptens Rekordmeister Al Ahly schoss sich der 32-Jährige für das historische Titelprojekt des FC Bayern und seine nächste Krönung im Stile von Cristiano Ronaldo und Lionel Messi warm.

„Wir haben die Chance, den sechsten Titel zu gewinnen. Wir wissen, was das für die Geschichte des FC Bayern und die Fußball-Geschichte bedeutet“, sagte Lewandowski. Meisterschaft, Pokal, Champions League und zwei Supercup-Erfolge zieren als Triumphe aus dem Jahr 2020 schon den Vereinsbriefkopf.

Der Sieg bei der wegen der Corona-Pandemie in den Februar 2021 verlegten Weltmeisterschaft der Kontinental-Champions soll am Donnerstag (19.00 Uhr/DAZN und Bild Live) gegen Außenseiter Tigres UANL aus Mexiko noch dazukommen. „Der Titel wäre die Kirsche auf der Tore“, sagte Bayerns Super-Stürmer.

Weltbühne genutzt

Im Ausrichterland der nächsten Fußball-WM schraubte Lewandowski seine imposante Torausbeute auf nun 29 Treffer in 27 Pflichtspielen der laufenden Saison hoch.

Für den Torschützenkönig in Liga, DFB-Pokal und Königsklasse könnte nun die Torjägerkrone bei der Club-WM dazukommen. Hier führt mit drei Treffern der französische Angreifer André-Pierre Gignac vom Finalgegner Tigres, dem siebenmaligen mexikanischen Meister.

Ein Tor von Lewandowski muss also mindestens her. Das ist aber ohnehin der Anspruch des Polen, der nach dem erfüllten Traum der Weltfußballerkür im vergangenen Jahr nun wie der viermalige Club-Weltmeister Ronaldo und der dreimalige Champion Messi nun erstmals die Vereins-WM gewinnen will.

So prestigeträchtig wie die Champions League ist das Turnier mit den besten Mannschaften der Kontinente nicht. Doch durch die Duelle mit Gegnern aus der ganzen Welt ist die Aufmerksamkeit rund um den Globus dennoch groß.

Und Lewandowskis Tore werden damit auch in den entlegensten Winkeln der Welt wahrgenommen, wo als Fußball-Weltstars bislang vor allem Ronaldo und Messi bestaunt werden. Der Marke Lewandowski würde ein WM-Titel mit den Bayern sicher nicht schaden.

Titel-Sixpack im Fokus

Auch seinen Mitspielern ist der zweite Erfolg bei der Club-WM nach 2013 sehr wichtig. Wie bislang nur der FC Barcelona im Jahr 2009 wollen Kapitän Manuel Neuer und Kollegen das Titel-Sixpack vorweisen können.

„Der FC Bayern kann Geschichte schreiben“, sagte Neuer. „Wenn wir sechs Titel in einer Saison gewinnen, dann ist es ein Rekord für uns.“ Weder der großen 1970er-Jahre-Generation um Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Sepp Maier noch dem ersten Münchner Triple-Jahrgang von 2013 um Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger glückte das.

Vergleichen könne man die aktuelle Bayern-Mannschaft und das große Team der 1970er Jahre nicht, wiegelte Lewandowski ab. Auch von der fast 50 Jahre alten 40-Tore-Bestmarke von Gerd Müller, auf die Lewandowski in der Bundesliga mit schon 24 Treffern zusteuert, wollte er am Dienstag nichts wissen. „Im Moment gibt es wichtigere Sachen als den Rekord“, sagte der Angreifer.

Das sieht auch Hansi Flick so. „Der sechste Titel wäre auch in der erfolgreichen Vereinshistorie ein besonderer Erfolg“, sagte der Coach. Sein schon jetzt monumentales Münchner Trainer-Werk steht kurz vor dem nächsten Höhepunkt. Verzichten muss Flick auch im Finale auf Leon Goretzka und Javi Martínez, die nach ihren positiven Corona-Tests nicht nachreisen werden.

Nachdem der Sieg gegen das Team aus Kairo vor rund 12 000 Zuschauern bejubelt wurde, könnte ein Endspielerfolg vor Fans ebenfalls stimmungsvoll ausfallen. „Wir hoffen natürlich alle, dass es irgendwann mal wieder so ist, dass wir auch in Deutschland vor Zuschauern spielen können. Wir lechzen alle danach“, sagte Flick. Die Erfüllung dieses Wunsches wird noch dauern. Der Sechs-Titel-Wunsch könnte sich hingegen ganz schnell erfüllen.

© dpa-infocom, dpa:210209-99-364530/4

Spielbericht, Halbfinale Club-WM:


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