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Amoklauf: Mehrere Tote bei Angriff auf Schule in Russland

Bei einem Angriff auf ein russisches Gymnasium sind mehrere Menschen getötet worden. Foto: Maksim Bogodvid/Sputnik/dpa
Bei einem Angriff auf ein russisches Gymnasium sind mehrere Menschen getötet worden. Foto: Maksim Bogodvid/Sputnik/dpa

Mit einem Maschinengewehr betritt der Täter das Gebäude: In der russischen Stadt Kasan sind bei einem Schulmassaker wohl mehr als zehn Menschen getötet worden. Ein 19-Jähriger wurde festgenommen.

Bei einem Amoklauf mit Schusswaffen an einer Schule in Russland sind mehrere Menschen getötet worden. Verantwortlich für die Bluttat in der Großstadt Kasan in der Republik Tatarstan ist nach Darstellung der Behörden ein Einzeltäter. Die Behörden bestätigten die Festnahme eines 19-Jährigen.

Zwei russische Staatsagenturen berichteten übereinstimmend von elf Todesopfern – die meisten seien Kinder. Die Pressestelle des Republikchefs Rustam Minnichanow bestätigte zunächst acht Getötete und 20 Verletzte. Minnichanow sprach von einer “großen Tragödie”.

Wie die Agentur Interfax unter Berufung auf Behörden berichtete, wurden 18 Schulkinder in Krankenhäusern behandelt. Sechs von ihnen seien in einem kritischen Zustand. Ärzte untersuchten demnach auch Kinder mit Verletzungen, Knochenbrüchen und Blutergüssen. Ein lokaler Fernsehsender hatte berichtet, dass Kinder aus Fenstern im dritten Stock eines Schulgebäudes gesprungen seien.

Rettungswagen und Polizeifahrzeuge mit Blaulicht und Sirene: der Tatort in der russischen Stadt Kasan nach dem tödlichen Angriff. Foto: Maksim Bogodvid/Sputnik/dpa
Rettungswagen und Polizeifahrzeuge mit Blaulicht und Sirene: der Tatort in der russischen Stadt Kasan nach dem tödlichen Angriff. Foto: Maksim Bogodvid/Sputnik/dpa

Der festgenommene 19-Jährige hatte Medienberichten zufolge vor etwa vier Jahren seinen Schulabschluss gemacht. Kurz vor der Tat soll er das Verbrechen im Nachrichtenkanal Telegram angekündigt haben.

Er soll zunächst mit einem Maschinengewehr die Schule durch einen Haupteingang betreten und sofort um sich geschossen haben. “Es gab nur einen Täter”, sagte eine Behördensprecherin der Agentur Interfax zufolge. “Informationen über zwei sind nicht richtig.” Zuvor war noch von einem möglichen zweiten Tatverdächtigen die Rede gewesen. Der Republikchef von Tartastan, Rustam Minnichanow, sprach von einem “Terroristen”.

Zeugen berichteten zudem von einer Explosion. Auf Amateurvideos war zu sehen, wie Rauch aus einem mehrstöckigen weißen Gebäude stieg. Es waren Schreie zu hören. Zahlreiche Schüler wurden aus dem Gebäude in einen benachbarten Kindergarten gebracht. In Russland hatten die Schulen erst am Dienstag wieder begonnen nach mehr als einwöchigen Ferien.

Russlands Präsident Wladimir Putin wandte sich über seinen Sprecher an die Angehörigen der Opfer. “Der Präsident spricht den Angehörigen der Kinder, die durch die Hand des Schützen gestorben sind, sein tiefes Beileid aus und wünscht den Schulkindern, die verletzt wurden, baldige Genesung”, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der Agentur Interfax.

Wladimir Putin wies demnach außerdem an, eine neue Regelung für zivilen Waffenbesitz auszuarbeiten. Der Verdächtige soll seinen Waffenschein Berichten zufolge erst im April bekommen haben.

Nach früheren Angriffen auf Schulen haben viele Bildungseinrichtungen in Russland Wachpersonal - ob das auch bei der Schule Nummer 175 in Kasan der Fall war, ist unklar. Foto: Yegor Aleyev/Tass/dpa
Nach früheren Angriffen auf Schulen haben viele Bildungseinrichtungen in Russland Wachpersonal – ob das auch bei der Schule Nummer 175 in Kasan der Fall war, ist unklar. Foto: Yegor Aleyev/Tass/dpa

Nach früheren Angriffen und Amokläufen an Schulen in Russland haben viele Bildungseinrichtungen in dem Riesenreich Wachpersonal an Eingängen. Ob das auch bei der Schule Nummer 175 in Kasan der Fall war, war zunächst unklar.

In Russland gab es in der Vergangenheit immer wieder Festnahmen, weil Jugendliche angeblich Angriffe oder einen Amoklauf auf Schulen geplant hatten. Die letzte große Tragödie gab es im Oktober 2018, als in der Stadt Kertsch ein 18-Jähriger an einer Berufsschule um sich geschossen und einen Sprengsatz gezündet hatte. Er und 20 weitere Menschen starben.

Einer der schlimmsten Überfälle auf eine Schule ereignete sich 2004 in Nordossetien. Damals brachten tschetschenische Rebellen mehr als 1000 Lehrer, Schüler und Eltern in ihre Gewalt, die sich dort zum Beginn des neuen Schuljahres versammelt hatten. Zwei Tage später stürmten russische Spezialeinheiten die Halle. Dabei kamen mehr als 300 Menschen um, mehr als die Hälfte waren Kinder.

© dpa-infocom, dpa:210511-99-550900/11


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