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Ukraine: Evakuierung von Stahlwerk in Mariupol geplant

Satellitenbild des Stahlwerks Azovstal in Mariupol. Foto: Uncredited/Planet Labs PBC/AP/dpa
Satellitenbild des Stahlwerks Azovstal in Mariupol. Foto: Uncredited/Planet Labs PBC/AP/dpa

Hunderte ukrainische Kämpfer und Zivilisten sind noch im Stahlwerk von Mariupol eingeschlossen. Um ihre Evakuierung wird seit Tagen gerungen. Heute könnte ein neuer Versuch erfolgen.

In der völlig zerstörten ukrainischen Hafenstadt Mariupol ist Medienberichten zufolge für heute die Evakuierung von Zivilisten aus dem belagerten Stahlwerk Azovstal geplant.

Es sei eine „Operation“ geplant, um die eingeschlossenen Menschen zu retten, berichtete die ukrainische Zeitung Ukrajinska Prawda unter Berufung auf eine Quelle im Präsidialamt.

Ein erster Evakuierungsversuch am Donnerstag sei gescheitert, weil russische Truppen gezielt ein Lazarett auf dem Werksgelände beschossen hätten. Von offizieller Seite gab es für die Meldung zunächst keine Bestätigung.

Das Stahlwerk Azovstal in der Hafenstadt Mariupol. Hier sollen neben ukrainischen Kämpfern auch viele Zivilisten Zuflucht gefunden haben. Foto: Victor/XinHua/dpa
Das Stahlwerk Azovstal in der Hafenstadt Mariupol. Hier sollen neben ukrainischen Kämpfern auch viele Zivilisten Zuflucht gefunden haben. Foto: Victor/XinHua/dpa

Der Bürgermeister von Mariupol, Wadym Bojtschenko, äußerte die Hoffnung, dass bei den weiter andauernden „Verhandlungsprozeduren“ eine Übereinkunft zur Evakuierung von Zivilisten aus Mariupol zustande kommen könnte.

In dem belagerten Stahlwerk gebe es fast keine Lebensmittel, Wasser und Medikamente mehr, sagte Bojtschenko nach Angaben der ukrainischen Agentur Unian. „Hier geht es schon nicht mehr um Tage, sondern um Stunden.“

Mariupol am Asowschen Meer war kurz nach Beginn des Kriegs Ende Februar von russischen Truppen belagert und später weitgehend eingenommen worden. Im Stahlwerk der strategisch wichtigen Stadt sollen sich neben den Zivilisten auch mehrere Hundert ukrainische Kämpfer verschanzt haben.

Russland hatte zuletzt einen Fluchtkorridor für alle Eingeschlossenen abgelehnt. Die Zivilisten dürften gehen, hieß es aus dem Kreml. Den Militärs aber werde kein freier Abzug gewährt.

© dpa-infocom, dpa:220429-99-94046/3


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