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Corona: Mit Booster bei Omikron-Infektion weniger ansteckend

Erst die dritte Impfung verringert die Viruslast bei mit der Omikron-Variante Infizierten deutlich, sodass sie weniger ansteckend für ihr Umfeld sind. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Archiv
Erst die dritte Impfung verringert die Viruslast bei mit der Omikron-Variante Infizierten deutlich, sodass sie weniger ansteckend für ihr Umfeld sind. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Archiv

Nach der zweiten Spritze haben Corona-Geimpfte bereits einen guten Basisschutz vor einer schweren Erkrankung. Doch erst die dritte Impfung verringert bei der Omikron-Variante auch das Risiko, jemanden anzustecken. Das ergab eine neue Studie.

Corona-Geimpfte sind bei einer Durchbruchs-Infektion insbesondere mit einem Booster nicht nur vor schwerer Erkrankung gut geschützt, sie sind auch weniger ansteckend als Ungeimpfte.

Anders als bei der Delta-Variante sind bei der Omikron-Variante allerdings drei Impfdosen nötig, um die Menge infektiöser Viruspartikel wirksam zu senken. Das berichten Schweizer Forscher um Isabella Eckerle und Benjamin Meyer von der Universität Genf im Fachmagazin „Nature Medicine“.

Die Studie bezieht sich dabei auf die Omikron-Subvariante BA.1, nicht auf die mittlerweile in Deutschland dominierende Subvariante BA.2.

„Unsere Ergebnisse unterstreichen die positive Wirkung von Impfungen über den individuellen Schutz vor schweren Erkrankungen hinaus“, schreiben die Forscherinnen und Forscher. Zuerst hatte der Spiegel über die Studie berichtet.

Studie deckt fast gesamten Pandemieverlauf ab

Die Wissenschaftler hatten zwischen April 2020 und Februar 2022 bei insgesamt 565 Corona-infizierten Menschen innerhalb der ersten fünf Tage nach Symptombeginn Abstriche von der Nasenschleimhaut genommen.

Die Untersuchung deckt also quasi den gesamten bisherigen Pandemie-Verlauf ab: Es wurde Infektionen mit der ursprünglich zirkulierenden Variante sowie mit der Delta- und der Omikron-Variante erfasst. Ein Teil der Probanden war ungeimpft, ein anderer Teil war zweifach geimpft oder geboostert. Fast alle Geimpften hatten einen RNA-Impfstoff bekommen.

Die Wissenschaftler ermittelten dann den sogenannte Ct-Wert, der angibt, wie viel Erbgut des Virus in einer Probe vorhanden ist. Zudem bestimmten sie über Zellkultur-Versuche die Menge infektiöser Viruspartikel in einer Probe. Dies ist ein besserer Indikator für die Ansteckungsfähigkeit eines Erkrankten, wie die Untersuchungen der Forscher bestätigten.

Erst Booster verringert Viruslast bei Omikron

Die Auswertung der Daten ergab, dass Zweifach-Geimpfte bei einer Delta-Infektion deutlich weniger infektiöse Partikel in den oberen Atemwegen hatten als Ungeimpfte, nämlich knapp ein Fünftel.

Außerdem konnten Geimpfte das Virus der Untersuchung zufolge schneller bekämpfen. Bei Omikron-Durchbruchsinfektionen war die Menge infektiöser Viruspartikel nach einer doppelten Impfungen so hoch wie bei Ungeimpften. Erst eine Booster-Impfung drückte den Wert deutlich auf etwa ein Fünftel.

Ein weiteres Ergebnis: Während der Omikron-Welle fanden die Forscher insgesamt deutlich geringere Mengen infektiöser Partikel bei den geimpften Probanden als während der Delta-Welle – trotz der höheren Ansteckungsfähigkeit der Omikron-Variante.

Die Wissenschaftler folgern daraus, dass Omikron-Infizierte nicht deshalb ansteckender sind, weil sie mehr Corona-Viren ausscheiden. Möglicherweise sei der Eintrittsmechanismus des Virus in die Zelle ein anderer.

Die Forscher weisen darauf hin, dass nicht bekannt ist, ab welcher Menge nachgewiesener Viruspartikel ein Infizierter ansteckend ist. Die Schwankungen in der Virusmenge könnten zudem auch durch die jeweilige Qualität des Abstrichs beeinflusst worden sein oder dadurch, dass die Proben nicht bei allen Probanden zum gleichen Zeitpunkt der Infektion genommen wurden.

© dpa-infocom, dpa:220412-99-893721/3



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