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Air Up Flasche im Test: Erfahrungen mit Geschmack durch Geruch

Air Up Flasche
Air Up soll Geschmack durch Geruch erzeugen / Foto: Hersteller

Die Air Up Flasche soll Schmecken durch Riechen ermöglichen. infowelt.news hat den Praxistest gemacht und Trinkflasche und Pods getestet.

Jeder kennt das Gefühl: man denkt einen Geschmack zu kennen, weil man den Geruch kennt. “Das schmeckt ja nach Abwaschwasser” oder “das schmeckt wie stinkende Füße”. Im Regelfall kommt diese Mutmaßung nicht durch eigene Erfahrungen zustande. Dieses Prinzip macht sich das Münchener Startup “Air Up” nun umgekehrt zu Nutze. Hier wird nämlich einfach der Duft zu einem grundsätzlich geschmacklosen Produkt wie Wasser hinzugefügt und dem Hirn damit Geschmack vorgetäuscht. Soweit die Theorie – die infowelt.news Redaktion wollte es genauer wissen und hat die Air Up Flasche auf Herz und Nieren getestet.

Wie funktioniert die Trinkflasche?

Das Prinzip ist so simpel wie genial. Grundsätzlich handelt es sich um eine auf den ersten Blick sehr konventionelle Trinkflasche aus Tritan, einem speziellen Kunststoff. Die Flasche kommt in einem stylischen Design daher. Auf den zweiten Blick sieht man am Aufbau allerdings, dass dort mehr dahinter steckt. Das Mundstück hat eine besondere Form und ist mit eine Art großem Strohhalm verbunden, der von der Größe an Bubble Tea erinnert. Der Silikon-Aufsatz mit dem alle Bauteile verbunden sind wirkt im ersten Moment undicht. Ist er aber nicht. Es gibt eine Öffnung, um Unterdruck beim Trinken zu vermeiden. Denn man kippt beim Trinken nicht, sondern zieht das Wasser aus der Trinkflasche. Beim Ziehen wird das Wasser dann durch einen ausgeklügelten Mechanismus mit der Luft vermischt. Das führt zu einem gewissen “Blubber-Effekt” beim Trinken, der aber für die Funktionalität gewollt und notwendig ist. Denn Schmecken und Geruch arbeiten sehr eng zusammen, wie u.a. der Bayerische Rundfunk näher beleuchtet hat.

Hat das Wasser aus der Air Up Flasche wirklich Geschmack?

Finalerweise tricksen wir mit der Air Up Flasche unser Gehirn aus. Natürlich nimmt das Wasser auch nach der Anreicherung in der Trinkflasche keinen Geschmack an. Ähnlich wie bei einer optischen Täuschung führt die clevere Kombination aus Duftstoffen und Wasser aber zu einer Art olfaktorischer Täuschung. Es wird eine Geschmacksrichtung emuliert und die Air Up Flasche führt damit zu einem angenehmen Trinkerlebnis. Und das ganze selbstverständlich ohne Zucker. Im Vergleich zu anderen Produkten, die Wasser anreichern, wird bei Air Up auch auf den Zuckergeschmack verzichtet. Das ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Produkten mit Süßstoffen wie Waterdrop & co. Bei diesen Produkten wird der Zucker nur mit einem Ersatzstoff ausgetauscht, das Gehirn wird also weiter an den süßen Geschmack gewöhnt. Da süßer Geschmack über die Zunge und nicht den Duft erkannt wird, kann Air Up das Wasser nicht süß schmecken lassen. In unserem Test ein klarer Pluspunkt, da man sich auch von süßen Getränken entwöhnt.

Ist die Air Up Flasche für Kinder geeignet?

Dabei kam in unserer Redaktion auch die Frage auf, ob die Air Up Flasche ein geeignetes Produkt für Kinder sei. Der Hersteller selbst schreibt, dass sich das Produkt besonders bei Kindern großer Beliebtheit erfreut. Im Feldtest mit einem 2-Jährigen und einem 5-Jährigen bestätigte sich der Eindruck. “Riecht nach Gummibärchen, schmeckt aber nach Wasser”, war ein spontaner Kommentar aus dem Kindermund. Dennoch hatten die Kinder Spaß mit dem Gesamterlebnis und griffen immer wieder zur Flasche. Eine spezielle Kids-Edition die etwas kleiner und für Kinderhände geeigneter ist, wäre sicher eine sinnvolle Produkterweiterung.

Welche Geschmacks Pods gibt es?

Die sogenannten Duftpods sind das eigentliche Geschäftsmodell des Unternehmens. Damit wird die, ohnehin schon nicht ganz günstige, Flasche zum Abo-Modell. Air Up verdient damit bei jedem getrunkenen Liter mit den Duftpods mit. Die Bandbreite der Geschmacksrichtungen wird immer größer. Unterschieden wird zwischen “Premium Duftpods” und regulären Geschmacksrichtungen.

Die Geschmacksrichtungen der Pods sind:

  • Holunderblüte
  • Mango-Maracuja
  • Pink Grapefruit
  • Zitrone
  • Kirsche
  • Pfirsich
  • Himbeer-Zitrone
  • Kola
  • Waldfrucht
  • Gurke
  • Apfel
  • Mandarine
  • Eiskaffee
  • Limette

In unserem Test war Limette der Favorit bei den Erwachsenen und Waldfrucht (oder von den Testern auch Gummibärchen genannt) bei den Kindern.

Neue Geschmacksrichtungen und Zubehör

Um bei den Nutzern, die ja so etwas wie “Abonnenten” sind fortwährend im Gespräch zu bleiben, muss sich das Münchener Unternehmen immer wieder Neues ausdenken. So gibt nahezu jedes Einzelteil der Flasche auch als Ersatzteil zu erwerben. Praktisch wenn die Kunststoffteile doch einmal kaputt gehen. Etwas ausgefallen wird die Personalisierung dann bei 6,95€ bis 8,95€ teuren Silikonschlaufen als Tragegriff für den Flaschendeckeln. Ähnlich exklusiv wirkt die Plastikhülle in der man einen bereits benutzten Pod aufbewahren kann. Die Pod-Box – ein 9,95€ teures Stück Plastik um die Pods zu konservieren, die im Mai noch im Newsletter beworben wurde – scheint mittlerweile aus dem Sortiment genommen worden zu sein. Sie steht ist nicht mehr erhältlich und ausverkauft.

Neue Sorten der Pods gibt es allerdings regelmäßig. Wo im Frühling 2021 schon der Holunderblüte Pod mit ins Sortiment aufgenommen worden ist, wurde für das Frühlingsende bereits ein brandneuer Geschmack angekündigt. Ende Mai war es dann so weit. Air Up stellte die neue Sorte Blueberry / Heidelbeere vor. Mit 3 von 5 Pods im Stärke-Index geschmacklich im Mittelfeld wird das fruchtige Sortiment so erweitert.

Was kostet die Air Up Flasche und die Duftpods?

Das Air Up Startset kostet bei Amazon 39,95€ und enthält neben der Flasche jeweils einen Duftpod mit Limette-Geschmack und einen in der Geschmacksrichtung Orange-Maracuja. Air Up selbst erweitert stetig das Sortiment an Geschmacksrichtungen und bietet auch Cola, Holunderblüte, Beeren und viele weitere Sorten an. Das Vollsortiment gibt es auf der Website des Herstellers und auch Rossmann vertreibt das System unter anderem.

Die Duft Pods werden im 3er-Set verkauft und kosten zwischen 5,95€ und 8,95€. Je nach Art sollen sie für mindestens 15 Liter Wasser reichen und damit für rund 23 Füllungen der Air Up Flasche, die 650ml fasst. Macht einen Literpreis von 40-60 Cent, der natürlich im Vergleich für stilles Wasser schon erheblich ist. Wenn man bedenkt, dass man im Regelfall Leitungswasser einfüllt, ist die Veredelung eine kostspielige Angelegenheit. Nicht ohne Grund sind Investoren wie Frank Thelen oder Pepsi Co. sehr gerne in dieses Modell eingestiegen.

Wie reinigt man die Air Up Flasche?

Um lange Spaß an der Flasche zu haben, empfiehlt der Hersteller eine Reinigung per Hand. Da es sich um Kunststoff handelt, würde Hitze und Salz dem System in der Spülmaschine zusetzen. Der Trinkhalm und die Duftpods sind definitiv nicht für die Spülmaschine geeignet. Grundsätzlich ist das System auch nur am Mundstück und an der Außenseite der Flasche Verschmutzungspotenzial ausgesetzt. Immerhin befindet sich im Inneren der Flasche im Regelfall nur Wasser. Air Up selbst empfiehlt die Reinigung mit einem weichen Tuch, warmen Wasser und einem milden Spülmittel. Anschließend sollte mit klarem Wasser gründlich nachgespült werden, damit nicht plötzlich Spülmittelgeschmack zu den Geschmacksrichtungen zählt.

War das Startup in der Höhle der Löwen?

Das Gerücht, dass das Startup in der Höhle der Löwen war und das Konzept dort präsentierte hält sich recht hartnäckig. Am besten erklärbar ist der Zusammenhang vermutlich, weil das Löwen-Juror Frank Thelen mit seinem Unternehmen Freigeist Capital investierte und auch Ralf Dümmel mit an Bord ist und insbesondere Produktions-Knowhow einbrachte. Allerdings nicht im Rahmen eines Höhle der Löwen Pitches. Spannende Insights zur Gründung und dem Geschäftsmodell gibt Gründerin Lena Jüngst auch im OMR Podcast.

Welche Lieferzeit hat der Air Up Shop?

Die Lieferzeit des Air Up Shops wird viel diskutiert. Das StartUp scheint mit der großen Nachfrage immer wieder Probleme zu haben und kann beim Eigenversand nicht mit dem von Amazon gewohnten Service mithalten. Kunden berichten teilweise von Versandzeiten bis zu 10 Werktagen. Auch Tests unserer Redaktion konnten keine Lieferzeit unter einer Woche erreichen. Wer nicht so lange warten möchte, hat daher die Chance neben Amazon bei Rossmann in den Filialen einen Teil des Sortiments zu erhalten. Alternativ hilft nur Geduld mit bringen.

Vorteile und Nachteile von Air Up – unser Fazit

Insgesamt ist das Produkt ein spannender Ansatz. Die Synergie aus Produktdesign und Lebensmitteltechnologie “Made in Germany” ist ein hochinteressantes Projekt. Mehr Wasser zu trinken und dabei auf Kalorien und Zucker zu verzichten ist sicherlich ein sehr spannender Ansatz. Das Produkt selbst ist gut, einfach und durchdacht. Die Einfachheit mit einer Hardware ist aber jedoch Fluch und Segen zugleich. Die Trinkflasche ist für viele Zwecke einsetzbar, aber das gemeinsame Dinner mit Freunden ist nur schwer mit der Hardware vorstellbar. Air Up ist also derzeit eher ein Produkt zum Alleine trinken.

Vorteile

  • hochwertige Verarbeitung
  • einfache Bedienung
  • schickes Design
  • guter Geschmack
  • große Auswahl an Geschmacksrichtungen

Nachteile

  • Einstiegspreis und Preis für Pods
  • nur eine “Hardware” vorhanden
  • Verwendung von Plastik für Pods und Flasche (Nachhaltigkeit)

Insgesamt ist die Air Up Flasche für unsere Redaktion ein empfehlenswertes Produkt, wenn man sich Geschmack von Wasser leisten will. Alle die auch mit reinem Leitungswasser oder stillen Wasser zurecht kommen, können natürlich Geld sparen.

Dieser Artikel enthält Affiliate Links zu Amazon.

Erste Veröffentlichung am 6. Mai, zuletzt aktualisiert am 9. Juni 2021.

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