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US-Schauspieler Kevin Spacey vor Gericht in London erwartet

Kevin Spacey, US-amerikanischer Schauspieler, nimmt an einer vorgerichtlichen Anhörung vor dem Bezirksgericht teil. Foto: Steven Senne/AP/dpa
Kevin Spacey, US-amerikanischer Schauspieler, nimmt an einer vorgerichtlichen Anhörung vor dem Bezirksgericht teil. Foto: Steven Senne/AP/dpa

Seit im Zuge der #MeToo-Debatte Belästigungsvorwürfe gegen Kevin Spacey laut wurden, hat der einst gefragte Schauspieler kaum eine Rolle mehr bekommen. Nun muss er sich auch vor Gericht verantworten.

London (dpa) – Im Prozess um Vorwürfe sexueller Übergriffe auf drei Männer wird der Hollywood-Schauspieler Kevin Spacey an diesem Donnerstag erstmals vor Gericht in London erwartet. Der 62-Jährige hatte bereits angekündigt, sich dem Strafverfahren stellen zu wollen.

Er soll Medienberichten zufolge nach Großbritannien gereist sein.

Dem zweifachen Oscar-Preisträger („Die üblichen Verdächtigen“, „American Beauty“) werden vier sexuelle Übergriffe auf drei verschiedene Männer in den Jahren 2005 bis 2013 vorgeworfen. In einem Fall lautet die Anklage auf „penetrierende sexuelle Aktivität ohne Zustimmung“.

Laut dem US-Sender ABC hatte Spacey zuvor mitgeteilt, er begrüße die Mitteilung der britischen Staatsanwaltschaft, die darauf hingewiesen habe, dass er das Recht auf einen fairen Prozess habe und so lange als unschuldig gelte, bis das Gegenteil bewiesen sei. Er werde sich dem Verfahren stellen, so Spacey weiter. Er fügte hinzu: „Ich werde mich gegen diese Vorwürfe verteidigen und bin optimistisch, dass meine Unschuld nachgewiesen wird.“

Kläger zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Übergriffs erst 14

In New York muss sich Spacey zudem einer Zivilklage wegen Missbrauchsvorwürfen stellen. Der Kläger gibt an, zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Übergriffs erst 14 Jahre alt gewesen zu sein. Auch diese Vorwürfe streitet Spacey ab.

Im Herbst 2017 waren im Zuge der #MeToo-Debatte Vorwürfe von sexuellen Übergriffen und Belästigungen gegen Spacey laut geworden. Das Old-Vic-Theatre in London, dessen künstlerischer Direktor Spacey zwischen 2004 und 2015 war, berichtete im selben Jahr von 20 Beschwerden, die wegen unangemessenen Verhaltens gegen den US-Amerikaner eingegangen seien.

Rolle bei „House of Cards“ verloren

Spacey verlor damals seine Rolle bei der Netflix-Serie „House of Cards“. Auch dort hatten ihm Crewmitglieder sexuelle Belästigungen vorgeworfen. Er musste zudem der Produktionsfirma MRC 31 Millionen Dollar (damals umgerechnet rund 27,6 Millionen Euro) als Entschädigung für entgangene Einnahmen zahlen. Szenen mit Spacey wurden auch nachträglich aus dem Film „All the Money in the World“ („Alles Geld der Welt“) entfernt. Seine Rolle übernahm daraufhin der im Februar 2021 gestorbene Schauspieler Christopher Plummer.

Nachdem er mehrere Jahre die Öffentlichkeit gemieden hatte, erhielt Spacey 2021 erstmals wieder eine kleinere Rolle in dem italienischen Film „L’uomo che disegnò Dio“.

© dpa-infocom, dpa:220616-99-681910/2


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