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Handball: Bob Hanning kandidiert nicht mehr für EHF-Exekutive

Zieht seine Kandidatur für Europas Handball-Regierung zurück: Bob Hanning. Foto: Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa
Zieht seine Kandidatur für Europas Handball-Regierung zurück: Bob Hanning. Foto: Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa

An diesem Freitag wollte Bob Hanning eigentlich in Europas Handball-Regierung gewählt werden. Wenige Stunden vorher zieht der einflussreiche Funktionär seine Kandidatur überraschend zurück.

Der wohl mächtigste Mann des deutschen Handballs hat seine Kandidatur für den europäischen Verband überraschend zurückgezogen.

Als Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB) hört Bob Hanning in wenigen Monaten auf – und eigentlich wollte der 53-Jährige an diesem Freitag in Wien den nächsten Funktionärsjob bekommen. Doch wenige Stunden vor dem Kongress der Europäischen Handballföderation (EHF) will Hanning nun doch nicht mehr für die EHF-Exekutive kandidieren.

Nach einer langen Sitzung sei er gemeinsam mit DHB-Präsident Andreas Michelmann und DHB-Vorstandschef Mark Schober zu dem Schluss gekommen, seine Kandidatur zurückzuziehen, sagte Hanning der Deutschen Presse-Agentur.

Wäre er gewählt worden, hätte er für die nächsten vier Jahre im tonangebenden EHF-Gremium mitregiert. Das Problem: Es sind nur drei Positionen in Europas Handball-Regierung neu zu besetzen. Und inklusive Hanning hatten sich zwölf Kandidatinnen und Kandidaten für die drei Posten aufstellen lassen. Bei langen und zahlreichen Hintergrund hatte sich offenbar herausgestellt, dass andere Bewerber bessere Chancen haben.

“Um das Ziel, wenigstens zwei der drei offenen, zentralen Plätze in der Exekutive erringen zu können, habe ich mich entschieden, meine eigene Kandidatur zurückzuziehen”, erklärte er. Statt Hanning sollen nun zwei andere Funktionäre aus dem einflussreichen Interessenverband der mittel- und nordeuropäischen Handballverbände in das Gremium gewählt werden.

“Viele Länder aus verschiedenen Regionen beanspruchen Positionen. Es muss ausgewogen sein”, sagte Hanning. Für den deutschen Handball jedenfalls hätte eine Wahl Hannings große Bedeutung gehabt. Der DHB-Vize wäre das erste deutsche Mitglied in der EHF-Exekutive nach dem 2015 gestorbenen Hans-Jürgen Hinrichs gewesen. Das mächtige Gremium beschließt unter anderem Regeländerungen oder den europäischen Handball-Kalender.

“Wir sind überzeugte Europäer und möchten unser Engagement für Europa verstärken und hoffen, mit diesen Angeboten erfolgreich sein zu können”, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann. Ohne Hanning. Immerhin bewirbt sich DHB-Vorstandschef Mark Schober weiter für einen Posten in einem kleineren EHF-Komitee. Die Wahlen der insgesamt 53 zu vergebenden Ämter sollen alle an diesem Freitag stattfinden. EHF-Präsident Michael Wiederer tritt dann ebenfalls wieder an – als einziger Kandidat für den Chefposten.

© dpa-infocom, dpa:210422-99-309538/5

Die elf Kandidaten für das EHF-Exekutivkomitee

  • Francisco V. Blazquez Garcia (ESP)
  • Jerome Fernandez (FRA)
  • Gabriella Horvath (HUN)
  • Eugen Saracini (KOS)
  • Anrijs Brencans (LAT)
  • Tjark de Lange (NED)
  • Bente Aksnes (NOR)
  • Alexandru Mihai Dedu (ROU)
  • Sergey Shishkarev (RUS)
  • Franjo Bobinac (SLO)
  • Stefan Lövgren (SWE)

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