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RB Leipzig: Markus Krösche weg, Anfrage für Julian Nagelsmann

Sportdirektor Markus Krösche wird RB Leipzig verlassen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa Pool/dpa
Sportdirektor Markus Krösche wird RB Leipzig verlassen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa Pool/dpa

Die offene Trainer-Frage beim FC Bayern sorgt vor dem Pokalhalbfinale für Unruhe bei RB Leipzig. Eine Offerte für Nagelsmann ändert die Vorzeichen. Der Abgang des Sportdirektors ist bereits fix.

Sportdirektor Markus Krösche weg, Trainer Julian Nagelsmann vor dem Absprung: RB Leipzig droht der Ausverkauf der sportlichen Führung. Der mögliche erste Titel der Vereinsgeschichte wird plötzlich zur Nebensache.

Am Montag löste Sportchef Markus Krösche seinen Vertrag bei RB Leipzig vorzeitig auf. Dasselbe Szenario droht RB auch bei Trainer Julian Nagelsmann, der laut Kicker um eine Vertragsauflösung gebeten hat. Nach dpa-Informationen will Leipzig aber zumindest für den Abgang des Trainers eine finanzielle Kompensation und ging mit einer Forderung von 30 Millionen Euro in die Verhandlungen mit dem FC Bayern München.

Mit einer Einigung ist offenbar schon vor dem Pokalhalbfinale in Bremen am Freitag (20.30 Uhr/ARD und Sky) zu rechnen. Dann dürfte Nagelsmanns kurze Abschiedstournee beginnen. Denn trotz eines hohen Wohlfühllevels und eines Vertrages bis 2023 änderte die Bayern-Offerte alles.

Doch der sächsische Fußball-Bundesligist zog dank fehlender Ausstiegsklausel den letzten Joker: eine extrem hohe Ablösesumme für seinen 33 Jahre alten Trainer. Darüber hatte zuerst die Bild berichtet. Beim Nagelsmann-Wechsel 2019 mussten die Leipziger damals fünf Millionen Euro an die TSG Hoffenheim zahlen.

Leipzig drohen nun gleich zwei personelle Rückschläge: Markus Krösche war 2019 vom SC Paderborn als Nachfolger von Ralf Rangnick nach Leipzig gewechselt – und wird nun als Fredi-Bobic-Nachfolger bei Eintracht Frankfurt gehandelt.

Für die Spieler bei RB sind die Personalien bittere Nachrichten. Yussuf Poulsen machte am Sonntag noch Medien den Vorwurf, das Thema unnötig hochzutreiben. “Nur ihr stellt infrage, ob er hier bleibt oder nicht, nicht wir. Wir gehen davon aus, dass wir auch nächstes Jahr mit Julian in die Saison starten”, sagte er.

Als Benjamin Henrichs kürzlich fest verpflichtet wurde, betonte er, wie wichtig Trainer Nagelsmann für die Entscheidung pro RB Leipzig und contra Bayern München gewesen sei. Auch Neuzugang Brian Brobbey schwärmte vom Coach, von dem er “noch viel lernen kann”. Danach sieht es gerade nicht aus.

Der Umbruch wird bei den Spielern weitergehen. Nach Abwehrchef Dayot Upamecano steht wohl auch Ibrahima Konaté vor dem Absprung. Der Franzose soll sich nach übereinstimmenden Medienberichten mit dem FC Liverpool einig sein, der die Ausstiegsklausel über gut 40 Millionen Euro ziehen will. Kapitän Marcel Sabitzer und Nationalspieler Marcel Halstenberg haben ebenfalls keine Eile, ihre Verträge zu verlängern. Torwart Peter Gulacsi hat eine Ausstiegsklausel von angeblich 15 Millionen Euro.

Der wortgewandte Julian Nagelsmann hatte zuletzt mehrmals betont, dass er keine Gespräche mit dem FC Bayern München führte – und auch seine Berater keinen Auftrag dafür haben. Dieser Stand hat sich nun geändert und lässt bereits Diskussionen über einen Nachfolger aufkommen.

Vieles spricht für den ehemaligen Co-Trainer von Ralf Rangnick, Jesse Marsch. “Wenn man mich fragt, welcher Club am besten zu mir passt, ist natürlich Leipzig eine Top-Idee. Wenn ich die Möglichkeit als Trainer in Leipzig haben kann, ist das super”, sagte der Trainer von RB Salzburg bei Sky Austria.

Er könnte quasi im Doppelpack mit Christoph Freund kommen. Er war einst Sportkoordinator unter Rangnick und ist seit 2015 Sportdirektor in Salzburg. Er holte Spieler wie Xaver Schlager, Konrad Laimer, Martin Hinteregger, Valentino Lazaro oder Erling Haaland nach Salzburg. Auch Trainer wie Oliver Glasner, der beim VfL Wolfsburg eine Ausstiegsklausel haben soll, oder Roger Schmidt (PSV Eindhoven) haben die RB-DNA in ihrer Vita.

© dpa-infocom, dpa:210426-99-355573/7


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