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Zinsangst: Bitcoin auf tiefstem Stand seit Mitte 2021

Der Bitcoin ist auf seinen tiefsten Stand seit Juli 2021 gefallen. Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa
Der Bitcoin ist auf seinen tiefsten Stand seit Juli 2021 gefallen. Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa

Steigende Zinsen sorgen für schlechte Stimmung am Kryptomarkt. Aber auch die anhaltende Unsicherheit wegen des Ukraine-Krieges spielt dabei eine Rolle.

Die Aussicht auf steigende Zinsen hält den Bitcoin und andere Digitalwährungen an den Finanzmärkten unter Druck.

Am Montag fiel der Kurs der nach Marktwert größten Internetdevise auf der Handelsplattform Bitfinex bis auf 32.616 US-Dollar.

Das ist der tiefste Stand seit Juli 2021. Noch vor wenigen Tagen hatte ein Bitcoin rund 40.000 Dollar gekostet. Auch andere Kryptoanlagen wie Ether gaben zu Wochenbeginn im Wert weiter nach.

Steigende Zinsen

Als entscheidend für die schlechte Stimmung am Kryptomarkt gilt die Aussicht auf steigende Zinsen.

„Die Zinsangst hat Börsianer dies- und jenseits des Atlantiks voll im Griff“, kommentierte Bitcoin-Experte Timo Emden von Emden Research. Nicht nur in der weltgrößten Volkswirtschaft USA, auch in vielen anderen Ländern stemmen sich die Notenbanken mit einer strafferen Geldpolitik gegen die hohe Inflation.

Steigende Zinsen lasten meist auf riskanten Anlagen wie Digitalwährungen. Zudem werfen Bitcoin und andere Kryptowerte keine laufenden Erträge wie Zinsen ab. Steigen die Zinsen, sinkt die Attraktivität zinsloser Anlagen gegenüber zinstragenden Titeln wie festverzinslichen Wertpapieren. „Die Investoren kehren in Anbetracht steigender Zinsen riskanten Anlageklassen den Rücken zu und halten Ausschau nach festverzinslichen Anlagealternativen“, sagte Emden.

Belastet werden Kryptowerte darüber hinaus von der anhaltenden Unsicherheit wegen des russischen Krieges gegen die Ukraine. Beobachter stellen schon seit einiger Zeit fest, dass Digitalwährungen sich relativ eng im Gleichklang mit den Aktienmärkten bewegen.

Trübt sich dort die Stimmung ein, fallen häufig auch die Kurse von Bitcoin und anderen Internetdevisen. Von ihrem vermeintlichen Status als „sicherer Hafen“, den Kryptofans digitalen Vermögenswerten bis heute gerne zusprechen, ist in den vergangenen Monaten kaum etwas zu sehen.

© dpa-infocom, dpa:220509-99-217392/2


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