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Schwedisches Parlament entscheidet über Löfven-Rückkehr

Stefan Löfven könnte in das Amt des Ministerpräsidenten von Schweden zurückkehren. Foto: Anders Wiklund/TT NEWS AGENCY/AP/dpa
Stefan Löfven könnte in das Amt des Ministerpräsidenten von Schweden zurückkehren. Foto: Anders Wiklund/TT NEWS AGENCY/AP/dpa

Wird der alte Regierungschef auch der neue sein? Im Reichstag von Stockholm entscheidet sich, ob der Sozialdemokrat Stefan Löfven wieder schwedischer Ministerpräsident wird.

Das Parlament in Stockholm stimmt heute darüber ab, ob Stefan Löfven ins Amt des Ministerpräsidenten von Schweden zurückkehrt.

Erhält der 63 Jahre alte Sozialdemokrat bei dem mit Spannung erwarteten Votum am frühen Nachmittag die nötige Unterstützung, kann seine neue rot-grüne Minderheitsregierung voraussichtlich schon am Freitag ihre Arbeit aufnehmen.

Dafür muss nicht zwingend eine Mehrheit unter den 349 Abgeordneten für Löfven votieren – entscheidend ist vielmehr, dass sich bei der Abstimmung keine Mehrheit gegen ihn ausspricht.

Rücktritt nach Misstrauensvotum

Löfven und seine bisherige rot-grüne Minderheitsregierung waren vor zwei Wochen im Zuge eines Streits mit der Linkspartei um die Mietpreisbindung bei Neubauten per Misstrauensvotum im Parlament gestürzt worden. Erstmals war damit ein schwedischer Regierungschef mit solch einem Votum zu Fall gebracht worden.

Stefan Löfven musste sich darauf zwischen Rücktritt und Neuwahl entscheiden und entschloss sich, Anfang vergangener Woche zurückzutreten. Seitdem blieb sein Kabinett während der Suche nach einer neuen Regierung als Übergangsregierung im Amt.

Der Chef der Moderaten, Ulf Kristersson, war als Erstes mit dem Ausloten der Möglichkeiten für eine Regierungsbildung beauftragt worden, gab aber vor Ablauf der Frist auf. Darauf kam Löfven an die Reihe, um sich die nötigen Mehrheiten zu verschaffen. Er setzt bei dem Parlamentsvotum auf die Stimmen seiner Sozialdemokraten und der Grünen sowie auf die zugesagte Unterstützung von den Linken und der Zentrumspartei.

Mehrheitsverhältnisse sind knapp

Parlamentspräsident Andreas Norlén hatte Stefan Löfven angesichts dieser voraussichtlichen Mehrheit am Montag als neuen Ministerpräsidenten vorgeschlagen. Darüber stimmt der Reichstag in Stockholm nun ab.

Die Chancen, dass Stefan Löfven durchgewunken wird, stehen gut, die Mehrheitsverhältnisse sind allerdings äußerst knapp: Gemeinsam haben die vier Parteien 175 der 349 Parlamentssitze inne – das sind genau so viele, wie Löfven benötigt.

Das bedeutet aber auch, dass sein Weg zurück ins Amt versperrt sein könnte, sobald nur ein Abgeordneter ausschert und gegen ihn stimmt. Vieles hing zuletzt an der aus der Linkspartei ausgetretenen Abgeordneten Amineh Kakabaveh. Sie kündigte nach einem Treffen mit führenden Sozialdemokraten an, den Weg für Löfven freizumachen.

Scheitert Stefan Löfven am Ende doch, muss sich Norlén auf die Suche nach einem neuen Ministerpräsidentenkandidaten machen. Ihm stehen vier solcher Versuche zur Verfügung. Bekommt keiner dieser Kandidaten die nötige Unterstützung, muss eine Neuwahl ausgerufen werden. Die nächste Parlamentswahl ist in Schweden im September 2022 vorgesehen.

© dpa-infocom, dpa:210707-99-285416/4


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