News Rennrad Sport

Tour de France: Simon Geschke verteidigt Bergtrikot, Matthews siegt

Der Australier Michael Matthews jubelt über seinen Etappensieg. Foto: Thibault Camus/AP/dpa
Der Australier Michael Matthews jubelt über seinen Etappensieg. Foto: Thibault Camus/AP/dpa

Lennard Kämna verpasst in einer Fluchtgruppe erneut den angestrebten Tagessieg. Stattdessen jubelt der Australier Michael Matthews. Im Kampf um Gelb hat Jonas Vingegaard weiter alles im Griff.

Ein wenig verschnupft stand Lennard Kämna auf dem Flugplatz in Mende und haderte mit seiner noch immer unvollendeten Reise bei der 109. Tour de France. Den Tagessieg hatte sich da längst der Australier Michael Matthews im Alleingang gesichert.

„Ich habe das Beste gegeben, was soll man machen“, sagte der 25-Jährige nach der schweißtreibenden 14. Etappe. „Ich bin nicht bei 100 Prozent, habe mich am Anfang aber gut gefühlt und bin in die Gruppe gegangen. Am Ende sind es aber diese fünf oder zehn Prozent, die dann fehlen.“

Bei Temperaturen von weit über 30 Grad reichte es am Ende nur zu einem siegreichen Sprint gegen Bergkönig Simon Geschke um Platz acht.

Auch nach dem 192,5 Kilometer langen Ritt durch das Zentralmassiv müssen die deutschen Radsport-Fans weiter auf den ersten Etappensieg bei der 109. Tour de France warten.

Immerhin setzte Simon Geschke seine Rekordfahrt im Bergtrikot fort. Der 36 Jahre alte Berliner sicherte sich zum sechsten Mal nacheinander den weißen Dress mit den roten Punkten. So lange fuhr noch kein Deutscher im Bergtrikot.

„Wir waren halt nicht die Besten“

Lennard Kämna (vorne rechts) vom Team Bora-hansgrohe fährt in der Ausreißergruppe. Foto: Daniel Cole/AP/dpa
Lennard Kämna (vorne rechts) vom Team Bora-hansgrohe fährt in der Ausreißergruppe. Foto: Daniel Cole/AP/dpa

Auf einen zählbaren Erfolg wartet das deutsche Bora-hansgrohe-Team weiterhin. Dabei waren die Aussichten mit Kämna sowie den Österreichern Patrick Konrad und Felix Großschartner in einer großen Ausreißergruppe blendend.

„Was hätten wir anders machen sollen?“, fragte Sportchef Rolf Aldag. „Zu Dritt in einer Gruppe von 23 zu sein, war saustark. Aber wir waren halt nicht die Besten.“ Für den Sonntag kündigte Lennard Kämna schon den nächsten Ausreißversuch durch den deutschen Meister Nils Politt an.

Die Stars der Branche erreichten 12:34 Minuten nach Matthews das Ziel. Kampflos ging die schwere und drei Kilometer lange Kletterei mit durchschnittlich 10,2 Prozent Steigung zum Flugfeld aber nicht über die Bühne.

Titelverteidiger Tadej Pogacar setzte mehrere Attacken, denen Spitzenreiter Jonas Vingegaard aber augenscheinlich mühelos folgte. Damit liegt der Däne weiter 2:22 Minuten vor dem Slowenen. Dritter bleibt Ex-Tourchampion Geraint Thomas, der aber einige Sekunden verlor.

Beim knackigen Anstieg nach Mende hatte Matthews das größte Stehvermögen. Der Klassikerspezialist hatte sich zuvor schon aus der großen Ausreißergruppe gelöst und setzte sich schließlich vor Alberto Bettiol und dem französischen Star Thibaut Pinot durch.

Simon Geschke (l) konnte sich im Bergtrikot behaupten. Foto: David Stockman/BELGA/dpa
Simon Geschke (l) konnte sich im Bergtrikot behaupten. Foto: David Stockman/BELGA/dpa

Lennard Kämna und Simon Geschke konnten das Tempo nicht mitgehen und mussten abreißen lassen. Vor allem Kämna scheint bei der Tour seinem Glück hinterherzufahren. Bereits auf den Etappen nach Super Planche des Belles Filles und Megève hatte es der junge Norddeutsche versucht – ohne Erfolg und dabei auch das Gelbe Trikot um elf Sekunden verfehlt.

Kurz nach dem Start hatte sich eine 23 Fahrer starke Gruppe gefunden, neben Kämna waren auch dessen Teamkollegen Konrad und Großschartner dabei, was für das Bora-hansgrohe-Team eine komfortable Situation war. Doch im Finale sollte es nicht aufgehen.

Simon Geschke sammelte indes bei den ersten drei Anstiegen insgesamt drei Punkte. Das reichte schon, um seine Führung in der Bergwertung zu festigen. Beim Kampf um den Tagessieg beteiligte er sich nicht mehr. Kräfte schonen war angesagt.

Am Sonntag steht den Fahrern der wohl heißeste Tag bei dieser Tour bevor. Bis zu 40 Grad kann es auf der 15. Etappe über 202,5 Kilometer von Rodez nach Carcassonne warm werden. Für die Sprinter ist es eine der letzten wenigen Chancen auf eine Massenankunft.

© dpa-infocom, dpa:220716-99-47497/5


Hinterlasse einen Kommentar