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Corona-Folgen: Covid-19 erhöht das Risiko für Nierenversagen

Eine Covid-19-Erkrankung kann auch zu Nierenversagen führen. Daher regten Forscher an, bei der Behandlung von Corona-Patienten frühzeitig auf Organbeteiligungen zu achten. Foto: Peter Kneffel/dpa
Eine Covid-19-Erkrankung kann auch zu Nierenversagen führen. Daher regten Forscher an, bei der Behandlung von Corona-Patienten frühzeitig auf Organbeteiligungen zu achten. Foto: Peter Kneffel/dpa

Covid-19 kann nicht nur die Lunge schädigen, sondern andere Organe ebenfalls: So breiten sich Corona-Viren oft auch in den Nieren aus. Damit steigt die Gefahr eines Nierenversagens. Das zeigt eine Studie der Uniklinikums Eppendorf.

Das Corona-Virus kann laut einer Hamburger Studie auch die Nieren von Patienten befallen und so die Wahrscheinlichkeit eines Nierenversagen und somit auch das Sterblichkeitsrisiko deutlich erhöhen.

Mediziner des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) untersuchten die Nieren von 63 an Covid-19 verstorbenen, meist älteren Patienten, wie die Klinik mitteilte.

Bei 60 Prozent von ihnen fanden die Forscher das Sars-CoV-2-Virus in dem Organ. Das Team konnte auch zeigen, dass der Nachweis von Corona-Viren in den Nieren mit einem erhöhten Risiko für ein akutes Nierenversagen einherging. Bei Patienten, die vor ihrem Tod ein akutes Nierenversagen erlitten hatten, war die Niere in 72 Prozent der Fälle befallen, bei den übrigen zu 43 Prozent.

„Dies ist ein Erklärungsansatz für das häufige Nierenversagen bei einer Covid-19-Infektion, das zu den wesentlichen Sterblichkeitsfaktoren zählt“, sagte Studienleiter und Direktor der III Medizinischen Klinik und Poliklinik am UKE, Tobias Huber, zu den Corona-Folgen.

Dem Forscherteam gelang es zudem, den Erreger aus der Niere eines Verstorbenen zu isolieren. Innerhalb von 48 Stunden habe sich das Virus in Nierenzellen 1000-fach vervielfältigt. „Unsere Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass sich der Sars-CoV-2-Erreger auch in anderen Organe als der Lunge aktiv vermehren kann“, erklärte der Co-Studienleiter und Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene, Martin Aepfelbacher.

Bereits zuvor war bekannt, dass das Coronavirus neben der Lunge auch andere Organe befallen kann, beispielsweise das Herz. Die Forscher regten an, bei der Behandlung von Corona-Patienten frühzeitig auf Organbeteiligungen zu achten. „Im Fall der Niere ist dies durch Urintests möglich“, sagte Huber. Die Mediziner veröffentlichten ihre Erkenntnisse im britischen Fachmagazin
The Lancet.

weiterführende Informationen:
➡️ Pressemeldung des UKE Hamburg
➡️ Studie in „The Lancet“ [EN]
➡️ weitere News rund um das Thema “Corona”

News vom 27. Juli 2020:

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